Viel mehr als nur Bücher

Bibliotheken umfassen seit Jahrhunderten das gesamte Wissen der Menschheit, welches zum Teil natürlich sogar viel weiter zurück reicht, als diese überhaupt existieren. Informationen über Epochen, Kulturen, über die Geschichten von Völkern und Ländern, aber auch Wissenschaftliches – man findet so gut wie alles, um die Neugierde zu befriedigen. Den Meißelungen in Stein folgte das Beschreiben und von Papyrus und schließlich die Erfindung des Buchdrucks von Gutenberg im Jahr 1450 und der Möglichkeit, die einzelnen Blätter zusammenbinden zu können.

Während Bücher natürlich auch heutzutage noch zahlreich rund um den Globus gelesen und weiterhin als Hauptinformationenquelle im schulischen Unterricht verwendet werden, lässt die Bereitschaft der heutigen Generation, tatsächlich zu einem Buch zu greifen, um etwas herauszufinden, mehr und mehr nach. Zu verlockend ist die moderne Informationsquelle des modernen Menschen: Das Internet. Man sucht ganz einfach ganz allgemein nach den gewünschten Informationen, indem man eine der Suchmaschinen-Webseiten verwendet. Schon hat man ein vielseitiges Ergebnis von vielen unterschiedlichen Informationsquellen, ohne sich dabei vom Schreibtisch ans Buchregal begeben haben zu müssen. Das Internet bildet damit die vereinfachte Form der Recherche, der Weg in die Bibliothek kann ignoriert werden, das Blättern Hunderter von Seiten wird durch einfache Mausklicks ersetzt, die Anstrengung schrumpft auf ein Minimum.

Warum aber gibt es immer noch Bibliotheken, wenn der Schritt, im Internet nach Informationen zu suchen so einfach ist? Die Erklärung ist ganz einfach. Erstens ist das Internet für jeden zugänglich, jeder kann ganz einfach ab und an etwas hineinschreiben, etwas für bare Münze verkaufen – ob es sich dabei allerdings wirklich um Fakten handelt, ist oft fraglich. Der zweite Grund ist, dass es wohl noch Jahre dauern wird, all die Informationen, die in Büchern niedergeschrieben sind, digital aufzuschreiben und für jedermann im Internet zugänglich zu machen. Soll heißen, Informationen findet man über fast alles, allerdings lässt die Tiefgründigkeit dieser in der Regel zu wünschen übrig. Und last but not least: So einen schönen, dicken, altern Wälzer in den Händen zu halten oder das neue Taschenbuch mit in die U-Bahn zu nehmen – kein Online-Verfahren kann diese Gefühl des Lesens ersetzen.

Trotzdem sollen Bücher auch in Bibliotheken in Zukunft komplett digitalisiert werden und so in beidseitiger Form dem Leser bereitstehen. Doch noch ist dies nicht der Fall, und für viele ist allein die Idee ein absoluter Skandal, Bücher zukünftig auf dem Handy oder Tablet-PC lesen zu müssen anstatt auf Papierseiten in Büchern. Doch so sehr die moderne Technik Einzug auch in Bibliotheken hält: Für eine endgültige Digitalisierung fehlen erstens noch die Mittel, denn es gibt zu viele Bücher, als das die rasche Umwandlung so einfach getan wäre. Und es wird immer noch diejenigen geben, die ein Buch so herstellen, wie es als Printexemplar von immer noch einem Großteil der Leserschaft geliebt wird.

Noch führt für eine gründliche Recherche allerdings kein Weg am Gang zur Bibliothek vorbei, doch Bibliotheken der Zukunft werden wohl online zugänglich sein. Das Internet wird noch bedeutender werden, als es heute schon zu sein scheint. Nichtsdestotrotz: Bibliotheken werden überdauern. Nicht umsonst kennt noch die heutige Generation die von Alexandria.